Koltrina – Tanz mit dem Wind
Räume oder Orte sind es, die mich von Anbeginn meiner
Fotografie inspiriert haben. Waren es vordem Räume eines verlassenen Hauses, einer leer stehenden Fabrik, eines Dorfes, so ist es in diesem Fall eine kleine Insel.
Sie heißt Visoki oder Skoić im Dialekt der Menschen von Stivan. Umgeben von der Weite des Meeres hat sie zu der Gardine, welche im Wind tanzt, inspiriert.
Die Fotografie auf der Gardine entstammt der fotografischen Serie „VADO VIA“, der inszenierten Geschichte einer Frau, welche ihr Heimatdorf verlässt.
Die Frau mit dem Koffer ist eine fiktive Gestalt, derer ich mich bedient habe, um über einige Jahre hinweg den Weg einer Frau aus dem Dunkel ins Licht zu gestalten. Dabei geht es um den beschwerlichen Weg des Aufbruchs, des Abschied-Nehmens, des Ankommens und des erneuten Aufbruchs.
„ Koltrina – Tanz mit dem Wind“ stellt das Ende dieses Weges dar. Die fiktive Gestalt verflüchtigt sich im Tanz mit dem Wind.
Koltrina nannte meine Schwiegermutter Jelica Gardinen, ein Wort im Dialekt der Menschen aus Stivan. Einige Monate habe ich zusammen mit ihr im Haus in Stivan gelebt. Ich habe mich in Jelicas Haus sehr wohl gefühlt und nenne daher die Gardine Koltrina.
Rooms or places are what have inspired me since the beginning of my photography. Previously it was the rooms of an abandoned house, an empty factory, a village, but in this case it is a small island. It is called Visoki or Skoić in the dialect of the people of Stivan. Surrounded by the vastness of the sea, it inspired the curtain dancing in the wind.
The photograph on the curtain comes from the photographic series “VADO VIA”, the staged story of a woman who leaves her home village.
The woman with the suitcase is a fictional character that I used over several years to create a woman’s journey from darkness to light. It was about the arduous path of departure, of saying goodbye, of arriving and of departure again.
“Koltrina or the Dance with the Wind” represents the end of this path. The fictional character evaporates in the dance with the wind.
My mother-in-law Jelica called Koltrina Curtains, a word in the Stivan dialect. I lived with her in the house in Stivan for a few months. I felt very comfortable there in the house and therefore call the curtain Koltrina.







Ein Wind trug mich des Nachts aus dunklen Räumen
an neue Ufer, Licht und Meer.
Mit einem Koffer voll mit meinen Träumen
zog ich hinaus, sein Inhalt schwer.
Doch hat der Wind den Koffer fortgetragen,
Als wäre es leicht wie Seide nur.
Ich rauche ihn nicht mehr, ja, das kann ich sagen.
Der Wind tilgt auch die letzte Spur.
At night the wind carried me from dark rooms
to new shores, light and sea.
With a suitcase full of my dreams
I left, the contents were heavy.
But the wind carried the suitcase,
as if it were light as silk.
I don’t need it anymore, yes, I can say that.
The wind erases the last trace.



